Das Kind ist geboren – Mutterschaftsurlaub

50 Jahre Wartezeit!

Seit 1945 verpfichtet die Bundesverfassung den Bund, eine Mutterschaftsversicherung einzuführen. Nach jahrzehntelangen Anstrengungen der Gewerkschaften, Frauenorganisationen und gewisser politischer Parteien und nach mehreren Abstimmungsniederlagen hat das Schweizer Stimmvolk das BG über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft (Erwerbsersatzgesetz, EOG) vom 3. Oktober 2003 angenommen, welches am 1. Juli 2005 in Kraft gesetzt wurde. Mit der Einführung dieser gesetzlichen Mutterschaftsversicherung wurde eine grosse Lücke im Sozialsystem der Schweiz geschlossen.

Kantonale Regelungen

Der Mutterschatsurlaub ist seitdem auf Bundesebene geregelt. Weitergehende kantonale Regelungen wie diejenigen im Kanton Genf bleiben von der eidgenössischen Mutterschaftsversicherung unangetastet. Das entsprechende Gesetz im Kanton Genf ist grosszügiger und schreibt einen Mutterschaftsurlaub von 16 Wochen zu 80 Prozent des Lohnes vor. Sie ergänzt während der ersten 98 Tage die Mutterschaftsentschädigung des Bundes und übernimmt während den darauf folgenden zwei Wochen (99. bis 112. Tag) die volle Finanzierung der Taggelder. Die minimale Höhe des Taggeldes ist auf 62 Franken pro Tag und die maximale Höhe auf 280 Franken pro Tag festgelegt (Stand 2012).

Es ist deshalb wichtig sich zu informieren, ob kantonale oder vertragliche Bestimmungen bestehen. Die getroffenen Lösungen müssen aber mit der gesetzlichen Leistung (14 Wochen bei 80 Prozent des Lohnes) mindestens gleichwertig sein.

Seit der Einführung des eidgenössischen Mutterschaftsurlaubs sind zudem weitere kantonale Gesetze in Kraft getreten (z.B. im Kanton VD am 1.1.2009 oder FR am 1.7.2011). Die kantonalen Regelungen können weitergehende Leistungen etwa in Bezug auf die Dauer des Mutterschaftsurlaubs oder die Höhe des Taggeldes vorsehen. Oft erweitern sie sogar das Feld der Begünstigten, indem beispielsweise auch nicht erwerbstätige Frauen anspruchsberechtigt werden. Die Kantone können auch einen Adoptionsurlaub einführen; ein solcher ist im Bundesgesetz nicht vorgesehen, ergibt sich jedoch aus einigen Gesamtarbeitsverträgen. Wenn bereits eine Mutterschaftsentschädigung des Bundes bezahlt wird, dienen die Leistungen aus den kantonalen Mutterschaftsversicherungen als Ergänzung.

Immer noch kein Vaterschaftsurlaub

Auf eidgenössischer Ebene gibt es keinen Vaterschaftsurlaub. Bei der Geburt eines Kindes hat ein Vater Anspruch auf einen «gewöhnlichen Urlaub» gemäss Obligationenrecht (Art. 329 OR). Gewisse Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen gewähren auf eigene Initiative einen Vaterschaftsurlaub, der zwischen einigen Tagen bis zu einigen Wochen dauern kann.

Recht auf Mutterschaftsurlaub

Recht auf Taggelder

Mutterschaftsentschädigung

Weitergehende Regelungen

Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs

Unvorhergesehenes bei der Geburt

Adoption